Berlin | 11.07.2017

BGA: Observer 2017 – Die Wahlprogramme der Parteien unter der Lupe

Es geht um viel bei der anstehenden Bundestagswahl: Die boomende Konjunktur sorgt hierzulande für eine glänzende Beschäftigungssituation, steigende Einkommen sowie volle Staatssäckel und Sozialkassen.

Dabei besteht die Gefahr völlig auszublenden, dass wir uns mitten in einer Zeit technologischer und weltpolitischer Umbrüche befinden. Europa wackelt, der Protektionismus befindet sich auf dem Vormarsch und die rasant voranschreitende Digitalisierung stellt alles auf den Kopf. Wie aber machen wir unseren Standort krisenfest und wie können wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sicherstellen?“ Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), bei der Vorstellung der BGA-Broschüre „Observer 2017“ in Berlin. Der BGA hat darin die Wahlprogramme der Parteien unter die Lupe genommen im Hinblick auf einen attraktiven Wirtschafts-, Investitions- und Beschäftigungsstandort und damit auch die Grundlage für soziale Sicherheit. „Beim Lesen der Wahlprogramme beschleicht einen das ungute Gefühl, dass die Parteien das Verteilen von teuren Wahlgeschenken im Fokus haben, anstatt über schlüssige Konzepte für Infrastruktur, Bildung und weitere Standortfaktoren nachzudenken. Mit der Erweiterung des analysierten Spektrums auf nun sechs Parteien geht bedauerlicherweise keine erhöhte Anzahl brauchbarer Wirtschafts- und Sozialkonzepte einher“, kritisiert Börner.

Weitere Details finden Sie hier: www.bga.de

Anton F. Börner

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André Schwarz, Pressesprecher BGA
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin
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Bochum | 31.05.2017

AGAD: Digitale Disruption im Großhandel

60 Prozent der westdeutschen Großhändler sehen sich durch digitale Plattformen bedroht – AGAD und IHK Ruhr veranstalten am 27. September 2017 Großhandelstag zur Digitalisierung

Der neue Wettbewerb kommt aus dem Internet. Immer mehr Hersteller haben den digitalen Vertriebskanal für sich entdeckt. 60 Prozent der westdeutschen Großhändler sehen allen voran die digitalen Plattformen der Hersteller als eine wesentliche Bedrohung für ihr Geschäftsmodell an. Aber nur 25 Prozent sind bisher auf den Zug „Digitalisierung“ aufgesprungen. Die größte Herausforderung durch digitale Plattformen sehen westdeutsche Großhändler in den Bereichen Pricing (61 Prozent), Kundenzugang (49 Prozent) und Logistik (43 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt die bundesweite Studie "Digitale Transformation des Großhandels", zu der der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und das Beratungsunternehmen Roland Berger 890 deutsche Großhandelsunternehmen befragten. Nicht zuletzt aufgrund dieser Ergebnisse hat sich der AGAD zusammen mit der IHK Ruhr die Digitalisierung der Geschäftsprozesse im Großhandel für 2017 auf die Fahne geschrieben.

Dazu veranstalten der AGAD und die IHK Ruhr unter der Überschrift „ Digitale Disruption im Großhandel“ am 27. September 2017 gemeinsam einen Großhandelstag, mit dem sie den Großhandelsunternehmen kompetente und praktische Hilfestellung leisten wollen. Referenten führender Beratungs- und Handelsunternehmen wie Roland Berger und IBM sollen anhand von Strategien, Konzepten und Praxisbeispielen den Großhandel im digitalen Zeitalter beleuchten und Wege in die Digitalisierung aufzeigen.  Zur aktuellen Situation der Digitalisierung im Großhandel stellt André Schwarz, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BGA, fest: „Selbst von den nach eigener Einschätzung stark aktiven Großhändlern im Bereich Digitalisierung glaubt jeder fünfte Teilnehmer allerdings, dass seine Bemühungen noch nicht ausreichen, um im digitalen Wettbewerb zu bestehen". Mit seinen rund 160.000 Unternehmen beschäftigte der Großhandel 2015 immerhin rund 2 Millionen Arbeitnehmer und setzte Waren im Wert von 1.130 Milliarden Euro um. Das macht ihn zum drittgrößten Arbeitgeber in Deutschland und entspricht fast zwei Drittel des Gesamt-Handelsumsatzes.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Berlin | 09.05.2017

BGA: Außenhandel wächst beeindruckend

Der deutsche Außenhandel hat ein beeindruckendes erstes Quartal hingelegt.

Sowohl der Handel mit den EU-Ländern als auch mit Drittmärkten floriert. Und das nicht nur in die eine Richtung! Auch importseitig hat sich der Außenhandel sehr erfreulich entwickelt“. Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für März 2017 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von 10,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Mit einem Warenwert von 92,9 Milliarden Euro sind die deutschen Importe sogar stärker gestiegen, im Vorjahresvergleich um 14,7 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 19,6 Milliarden Euro ab.

„Es ist erstaunlich, wie die deutsche Außenwirtschaft, den globalen Risiken – sei es politisch oder wirtschaftlich – trotzt. Wir haben das erste Quartal mit hervorragenden Zahlen abgeschlossen. Gleichzeitig kann ich aber nicht oft genug wiederholen, dass es Risiken gibt, die dieses Ergebnis im Jahresverlauf eintrüben könnten. Mit dem Wahlergebnis in Frankreich jedoch können wir in diesen unruhigen Zeiten ein positives Signal aus Europa senden. Wichtig ist nun, dass wir diese Chance auch nutzen und Europa so nach vorne bringen, dass möglichst viele Bürger an dem europäischen Wohlstand teilhaben können. Denn nur so können wir einen weiteren Landgewinn von Populisten verhindern und gleichzeitig die Weltoffenheit sichern, von dem unsere Unternehmen im Außenhandel profitieren“, so Börner abschließend.

Anton F. Börner

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André Schwarz, Pressesprecher BGA
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Bochum/Dortmund | 26.10.2016

AGAD zeichnet jahrgangsbeste Groß- und Außenhandelskaufleute aus

Robin Scherer und Johannes Richter gewinnen AGAD-Ausbildungspreis 2016

Zum 6. Mal hat der AGAD - Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. die jahrgangsbesten Absolventen im Ausbildungsberuf Groß- und Außenhandel Kaufmann/-frau aus den IHK-Bezirken Arnsberg, Bochum, Dortmund, Duisburg, Hagen, Mülheim/Essen/Oberhausen ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte am 25. Oktober 2016 auf dem Herbstforum 2016, das erstmals in Kooperation mit dem Westfälischen Industrieklub Dortmund e.V. und dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V aus Essen durchgeführt wurde. Grundlage war die an der jeweiligen IHK erreichte höchste Prüfungs-Gesamtpunktezahl. Vor rund 150 Gästen überreichten der 1. Vorsitzende des AGAD, René Dreske, und der 2. Vorsitzende des AGAD, Gerhard Drauschke, den Preisträgern im Westfälischen Industrieklub in Dortmund neben einer Urkunde auch einen Scheck in Höhe von je 500 Euro.

Das beste Gesamtergebnis erzielten Johannes Richter (IHK Dortmund – ausgebildet bei der Brillux GmbH & Co. KG aus Münster) und Robin Scherer (Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve – ausgebildet bei der Yalcin & Tiebes GmbH aus Duisburg) mit 95 Punkten. Den dritten Platz teilten sich mit 94 Punkten Timo Alexander Katzer (IHK Essen, Mülheim a. d. Ruhr, Oberhausen zu Essen – ausgebildet bei der Brenntag GmbH aus Mülheim), Robin Gillhaus (IHK zu Arnsberg – ausgebildet bei der ALSO Deutschland GmbH aus Soest) und Andreas Patrick Hainka (SIHK Hagen – ausgebildet bei der NORDWEST Handel AG aus Hagen) Melissa Strätling (IHK Mittleres Ruhrgebiet - Bochum – ausgebildet bei der scotfit GmbH aus Bochum) belegte mit 93 Punkten den 6. Platz. „Bereits zum 6. Mal verleiht der AGAD den Ausbildungspreis an die Jahrgangsbesten. In den 6 Kammerbezirken unseres Verbandsgebiets beschäftigen unsere rund 600 Mitgliedsfirmen über 40.000 Arbeitnehmer und natürlich auch zahlreiche Auszubildende. Neben anderen Ausbildungsberufen ist der Kaufmann/die Kauffrau im Groß- und Außenhandel das zentrale Berufsbild unserer Wirtschaftsstufe. Wir freuen uns daher, dass wir heute wieder 6 Preisträger aus den IHK-Bezirken unseres Verbandsgebietes ehren, die das besonders gut, nämlich als Jahrgangsbeste, getan haben“, erklärt Gerhard Drauschke, 2. Vorsitzender des AGAD, auf der Preisverleihung.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Bochum | 03.08.2016

AGAD: Groß- und Außenhandelsunternehmen im Ruhrgebiet blicken optimistisch in die Zukunft

Investitionsbereitschaft steigt – stabile Personalentwicklung

Das Konjunkturbarometer für die Groß- und Außenhandelsunternehmen im Ruhrgebiet zeigt wieder deutlich nach oben. Während im ersten Halbjahr 2016 mit 77 Prozent ähnlich viele der vom AGAD – Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. befragten Mitgliedsunternehmen wie im Vorjahr die aktuelle Geschäftslage als gleichbleibend gut bis befriedigend bewerteten, fällt die Einschätzung der Geschäftslage für die nächsten sechs Monate wesentlich optimistischer als im Vorjahreszeitraum aus. Mehr als drei viertel der Unternehmen (76,1 Prozent) erwarten eine gleichbleibend gute bis befriedigende Geschäftslage. Im Vorjahr waren es nur 67,6 Prozent.

Höhere bzw. gleichbleibend gute Umsätze vermeldeten im ersten Halbjahr 2016 65 Prozent der befragten Unternehmen. Damit liegt die Zahl der Unternehmen, die eine positive bzw. zufriedene Umsatzentwicklung aufweisen, wieder knapp über den Vorjahreszahlen (62,6 Prozent) für den angegebenen Zeitraum. Wesentlich optimistischer blicken die befragten Unternehmen in die zweite Jahreshälfte. Hier rechnen 80,2 Prozent mit gleichbleibend guten bzw. höheren Umsätzen.

Die Ertragslage bezeichneten nur 69 Prozent der Unternehmen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres als gut oder zumindest befriedigend. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 79,9 Prozent. 91,4 Prozent der Unternehmen gehen allerdings davon aus, dass sich die Ertragslage in den nächsten sechs Monaten besser oder doch gleichbleibend gut entwickelt.

Im Gegensatz zum Vorjahr zeigen sich die befragten Unternehmen auch wieder deutlich investitionsfreudiger. 81,6 Prozent der Unternehmen werden in diesem Jahr mehr oder zumindest genauso viel investieren wie im Vorjahr. Im Vorjahr waren es lediglich 50 Prozent.

Äußerst positiv gestaltet sich die Personalpolitik nicht nur in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. 83 Prozent der Unternehmen des Groß- und Außenhandels im Ruhrgebiet berichten von einem unveränderten Personalstand bzw. von Neueinstellungen. Genauso viele Unternehmen gehen auch für das zweite Halbjahr von einem gleichbleibenden bzw. höheren Personalstand aus.

Rechneten 2015 noch 12,3 Prozent der Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte mit Kurzarbeit, betriebsbedingten Kündigungen oder Abbau der Zeitarbeiter, gehen in diesem Jahr nur 7,5 Prozent der Unternehmen davon aus, derartige Maßnahmen ergreifen zu müssen.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Bochum | 08.07.2016

AGAD: Unternehmen befürchten mehrheitlich nur geringe Auswirkungen des Brexit

Die Briten haben sich entschieden.

Die Mehrheit hat sich entschlossen, der EU den Rücken zuzukehren. Europaweit wird nun über die Folgen diskutiert. Als drittwichtigster Absatzmarkt wiegt der Austritt aus der EU schwer für den deutschen Groß- und Außenhandel. Befragt nach den Auswirkungen des Brexit auf das deutsche Wirtschaftswachstum rechnen 80 Prozent der in Dortmund ansässigen Mitglieder des AGAD – Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. nur mit geringen Auswirkungen während der zweijährigen Übergangsphase. 20 Prozent glauben sogar, dass der Brexit keinerlei Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat. Mittelfristig verschiebt sich diese Einschätzung allerdings. Nach der Übergangsphase befürchten 20 Prozent der befragten Unternehmen starke negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und nur noch 10 Prozent glauben, dass der Brexit keine Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat. Auch die Zahl der Unternehmen, die nur geringe Auswirkungen befürchten, sinkt auf 70 Prozent.

Befragt nach der Entwicklung der Exporte nach Großbritannien rechnen 80 Prozent der Unternehmen zumindest in der zweijährigen Übergangsphase mit gleichbleibenden Exporten. Nur 20 Prozent befürchten einen Einbruch. Nach der Übergangsphase gehen alle befragten Unternehmen davon aus, dass der Export sich auf einem gleichbleibenden Niveau einpendelt. Ähnlich optimistisch sehen die befragten Unternehmen auch die Entwicklung der Importe. Hier gehen alle befragten Unternehmen von einer gleichbleibenden Importquote aus. Nach der Übergangsphase rechnen 11 Prozent der Unternehmen sogar mit steigenden Importen.

Zu den weiteren Risiken des Brexit befragt, rechnen 40 Prozent der Unternehmen mit der Zunahme tarifärer Handelshemmnisse durch Zölle und Steuern und 50 Prozent glauben, dass zusätzliche Bürokratielasten, Ausfuhrbescheinigungen und Zolldokumente im nicht-tarifären Bereich für Behinderungen sorgen werden. Weitere Handelserschwernisse befürchten 70 Prozent der Unternehmen durch eine Pfundabwertung und Wechselkursrisiken. 80 Prozent der Unternehmen glauben, dass es zu weiteren Austrittsbestrebungen von EU-Mitgliedern kommt. Einig sind sich alle Unternehmen, dass der Brexit zu einer Verlangsamung des britischen Wachstums auf Jahre hinaus führen wird.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Bochum | 20.04.2016

AGAD: Betriebsbedingte Kündigung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Niedersachsen hat mit Urteil vom 29.10.2015 (4 Sa 951/14 – Revision wurde zugelassen) über die betriebsbedingte Kündigung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit entschieden.

Der Arbeitnehmer war als Sicherheitsingenieur/-techniker für den Bereich Arbeitssicherheit seit 2008 bei einem Industrieunternehmen beschäftigt. Nachdem die Unternehmerentscheidung getroffen worden war, neben weiteren Umstrukturierungsmaßnahmen auch den Bereich Arbeitssicherheit zu schließen und die Dienstleistungen auf einen externen überbetrieblichen Dienst zu übertragen, war dem Kläger betriebsbedingt gekündigt worden. Sein Name fand sich auch auf der Namensliste zu einem Interessenausgleich, der insgesamt 295 Arbeitnehmer auflistete. In seiner Kündigungsschutzklage berief sich der Kläger neben anderen Formverstößen auch auf die Regelungen im Arbeitssicherheitsgesetz. Die Klage blieb in beiden Instanzen erfolglos.

Rechtsanwalt Dr. Oliver K.-F. Klug, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. aus Bochum begrüßt die Entscheidung: “Der Entscheidung ist vollumfänglich zuzustimmen. Es bleibt zu hoffen, dass das BAG in einer etwaigen Revision dieser Ansicht folgt. Allerdings zeigt sich, dass die Beauftragung einer externen Fachkraft für Arbeitssicherheit durchaus vorteilhaft sein kann“.

Das LAG führt aus, dass in der hier vorliegenden Zustimmung des Betriebsrates zur Kündigung der Fachkraft für Arbeitssicherheit in der Regel auch die Zustimmung zur Abberufung nach § 9 Abs. 3 ASiG liege. Selbst wenn die Zustimmung fehle, ergebe sich aber kein anderes Ergebnis. Zwar werde in der Literatur die Meinung vertreten, dass die Kündigung der Fachkraft für Arbeitssicherheit ohne Zustimmung des Betriebsrates zur Abberufung stets unwirksam sei. Nach Auffassung des 2. Senats des Bundesarbeitsgerichts soll die fehlende und nicht ersetzte Zustimmung des Betriebsrates wegen objektiver Umgehung der Mitbestimmung des § 9 Abs. 3 ASiG zumindest dann zur Unwirksamkeit der Kündigung führen, wenn die Kündigung auf Gründen in der Tätigkeit der Fachkraft für Arbeitssicherheit gestützt werde, also eine Bewertung dieser Tätigkeit enthalte. Ausdrücklich offen gelassen habe der 2. Senat, ob dies auch für den Fall einer betriebsbedingten Kündigung gelten solle.

Nach Auffassung des LAG liege in § 9 Abs. 3 ASiG keine unmittelbare kündigungsrechtliche Absicherung der Fachkraft für Arbeitssicherheit. Ebenso wie umgekehrt die Zustimmung des Betriebsrats zur Abberufung eine Kündigung nicht legitimieren könne, führe allein die fehlende Zustimmung nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung.

Das LAG sieht auch keine Verletzung von § 8 Abs. 1 Satz 2 ASiG. Danach dürfen Fachkräfte für Arbeitssicherheit wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Auch der Ausspruch einer Kündigung könne eine Benachteiligung darstellen. Erforderlich sei aber ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Benachteiligung und der Erfüllung der Aufgaben; bloße Mitursächlichkeit genüge nicht. Dafür, dass die Erfüllung der Aufgaben zur Kündigung geführt habe, liege die Beweislast beim Arbeitnehmer.

Bei einem Interessenausgleich mit Namensliste, bei dem die Betriebsbedingtheit gesetzlich vermutet würde, müsste der klagende Arbeitnehmer schon besonders aussagekräftige Indizien dafür vortragen, dass der Arbeitgeber nur wegen der Ausübung seiner Aufgabe als Arbeitssicherheitsfachkraft kündigen wolle.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Bochum | 18.03.2016

AGAD: 13. Monatsgehalt

Grundsätzlich kein Anspruch tariflich bezahlter Mitarbeiter auf ein 13. Monatsgehalt, wenn außertarifliche Mitarbeiter ein volles 13. Monatsgehalt erhalten

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Nürnberg hat mit Urteil vom 30.11.2015 (2 Sa 644/14) sehr ausführlich nach erfolgter Beweisaufnahme zur Differenzierungsmöglichkeit beim 13. Monatsgehalt entschieden. Danach besteht grundsätzlich kein Anspruch tariflich bezahlter Mitarbeiter auf ein 13. Monatsgehalt, wenn außertarifliche Mitarbeiter ein volles 13. Monatsgehalt erhalten. Rechtsanwalt Dr. Oliver K.-F. Klug, Hauptgeschäftsführer des AGAD Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. in Bochum begrüßt das Urteil des LAGs. “Zutreffenderweise stellt das LAG klar, dass ein außertariflicher Arbeitsvertrag, der keinerlei Dynamik in seiner Entwicklung enthält, mit einem Arbeitsvertrag nebst dynamischer Bezugnahmeklausel schon vom Ansatz her nicht vergleichbar ist. Allerdings sollte bei der Abfassung von AT-Verträgen darauf geachtet werden, dass diese den Verträgen tariflicher Mitarbeiter nicht zu sehr ähneln. Dabei unterstützen wir Sie gerne“, rät der AGAD-Hauptgeschäftsführer.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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Essen | 26.02.2016

AGAD verlegt Verbandssitz nach Bochum

Mit der Zusammenlegung der Geschäftsstellen Essen und Dortmund sollen Synergieen noch besser genutzt werden.

Zum 01. Januar 2016 hat der AGAD Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. seine beiden Geschäftsstellen in Essen und Dortmund zusammengelegt und den gemeinsamen Sitz des Verbandes nach Bochum in den Waldring verlegt. Neben dem Aspekt der Kosteneinsparung stand bei der Entscheidung zum gemeinsamen Umzug der Geschäftsstellen nach Bochum die Optimierung der Verfügbarkeit der personellen Ressourcen sowie eine Effizienzsteigerung der Ablaufprozesse und der Büroorganisation durch den engeren Kontakt aller Mitarbeiter in einem Büro im Vordergrund. Durch den nunmehr direkten fachlichen Austausch der Anwälte untereinander soll zudem die Qualität und Effizienz der juristischen Beratungsleistungen noch weiter gesteigert und Synergieeffekte genutzt werden.

Dr. Oliver K.-F. Klug

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